MY BABY’S GOT NEW SHOES

IMG_1255am einem frühlingsmorgen des jahres 2015 hoppelte der osterhase mitten in der nacht durch unseren garten und versteckte, ziemlich stilsicher unter einer ansammlung von osterglocken, winzigkleine blaue tausendfüssler. hä? ja, so ging es mir auch, als der trainer von tieren sprach, um fussballschuhe zu beschreiben. aber: was eine gute fussball-muddi werden will, lernt schnell: schuhe mit mini-noppen für kunstrasen. a-ja. und der bisherige fussballwahn in der familie hat einen neuen grad erreicht. das kind träumt inzwischen fussball, atmet fussball, redet fussball. die neuen schuhe tauchen an allen möglichen und unmöglichen stellen in der wohnung auf:
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und was soll ich sagen? ich beneide ihn. um sein interesse, seine bedingungslosigkeit, seine große liebe, seine ausdauer beim üben, das wegstecken von niederlagen, seine leidenschaft. und da ist es, das große wort: LEIDENSCHAFT. muss immer erst leiden entstehen? öhem die schuhe schafften erst mal großes leid: blasen an den empfindlichen jungenfersen. aua.

wikipedia macht schlau: leidenschaft ist eine das gemüt völlig ergreifende emotion. sie umfasst formen der liebe und des hasses, wird aber auch für religiösen, moralischen oder politischen enthusiasmus benutzt und beschreibt die intensive verfolgung von zielen.

zeitgleich erreicht mich die email einer guten freundin: macht ihr etwas aus leidenschaft? na, das ist ja mal eine frage: wäsche aufhängen vielleicht? das würde aber eher die formen des hasses einschliessen,.. wer möchte, kann sich hier einlesen, oder sich selbst erst einmal die frage stellen: mache ich irgendetwas mit leidenschaft? oder: wann habe ich das letzte mal etwas mit leidenschaft gemacht? puh,… wenn ich etwas mit leidenschaft mache, mache ich es oft? oder genügen wenige momente im jahr? sport zum beispiel. öhem. muss ich etwas erst richtig gut können, bevor ich es mit leidenschaft ausübe? skifahren macht ja gefühlt die ersten 10 jahre mal wirklich null spass. doch dann ist man irgendwann nicht mehr der, auf den alle warten und schwupp,… sind die leiden vorbei (und vergessen) und die zeit der leidenschaft, der liebe und des genusses beginnt. und dann sind da dinge, die man leidenschaftlich gerne könnte und bei anderen aus ganze herzen bewundert: singen zum beispiel. ausser mini-man zwei möchte das nämlich, zumindest von mir, keiner mehr hören. selbst unter der dusche herrscht sing-verbot: das schiefe katzengejaule ist lauter als der wassertrommel. ha! aber wehe ihr lasst mich alleine auto fahren,… dann hindert mich nichts und niemand daran, meiner heimlichen leidenschaft als country-sängerin zu fröhnen. gut, jetzt ist sie nicht mehr ganz so heimlich.
leidenschaft, also dinge zu tun, weil sie spaß machen, ohne sich und seine leistungen in irgendeine leistungs-relation zu setzen… ja, so wird ein schuh draus. getreu dem motto dance like nobody’s watching. was ist deine leidenschaft? wann hast ud zuletzt etwas getan, ganz einfach aus dem grund, dass es dich begeistert, dich ablenkt vom alltagstrott, dich entführt in eine kleine eigene welt, deine pause vom stress?

ich ziehe mich zum beispiel auf den balkon zurück und schwinge pinsel und farbe. ob ich das besonders gut kann, interessiert nicht. es gibt mir innerern frieden etwas mit den händen zu schaffen. und freude, den dingen beim entstehen zuzusehen.
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und dann gibt es da noch diese eine, große, alles überstehende liebe zu den buchstaben. in allen farben und formen. doch davon demnächst mehr….

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