NJUSTUDIO.

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wer bin ich? woher komme ich und wohin will ich? diese fragen beschäftigen sicherlich nicht nur uns, sondern auch unsere freunde der pixel, stifte und buchstaben. deshalb möchten wir unter der rubrik visual vibrations in unregelmäßigem abstand gestalterfreunden von uns ein paar neugierige fragen stellen und euch unsere freunde mit ihren antworten vorstellen. und weiter geht’s heute mit njustudio…

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wer: njustudio.com
wo: coburg

einer der ersten sätze auf eurem webauftritt lautet: njustudio ist das büro für uneingeschränkte gestaltung aus coburg, franken, bayern, deutschland, europa, erde, universum. daraus ergeben sich für michvielerlei fragen,…:

uneingeschränkte gestaltung. ist das eine ideal-vorstellung oder wo stoßt ihr dennoch an grenzen und schranken und wie umgeht ihr sie?
es ist einfach nicht so unser ding, uns auf spezielle disziplinen zu beschränken – wir fühlen uns als gestalter-konglomerat das, je nach projekt, wachsen und wieder schrumpfen kann. dabei sind die aufgaben vielfältig! was spannend und herausfordernd ist – und im kollektiv auch durchaus machbar, denn jeder bringt erfahrungen mit – und jeder ein netzwerk. jetzt ist die zeit für gruppierungen.

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ihr habt euch in coburg gesucht und gefunden. seht ihr die regionalität als inspiration oder ist es eigentlich egal, wo man kreativ arbeitet?
lasst ihr euch auch international beeinflussen, bzw inspirieren?

die provinz hat viele vorteile und ist generell wohl unterschätzt…oft ist es zum beispiel gut, nicht zu viel gleiches, gleichwertiges, oder schondagewesenes zu entdecken um neuen gedanken platz zu lassen.

inspiration findet aber doch jeder woanders. wir alle finden großstädte ziemlich gut und reisen auch gern.

inspiration. woher kommt sie – wohin führt sie?
uns kommen aber die meisten ideen in einfachen gesprächen beim gemeinsamen mittagessen, weil wir über aktuelle themen sprechen oder jemand von einem erlebnis erzählt. wir kochen also zusammen, das ist vielleicht die wichtigste inspirationsquelle.

es ist schön, dass die ideen und der humor in unseren produkten auf der ganzen welt verstanden wird! uns zeigt das, wir sind ziemlich akkurat im jetzt. und wir gehen sehr natürlich mit problemen um, die rund um den globus viele andere auch haben. wir manifestieren momente, ohne nostalgie und ohne neophobie.

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wie müssen wir uns den ablauf eines projektes vorstellen?
bei den eigenen produkten ist vielleicht signifikant, dass wir am anfang des prozesses alles offen lassen. es kann also aus einem gedanken sowohl ein hocker entstehen als auch ein stadtstrand.

bei den dienstleitungsprojekten ist natürlich zumeist ein bestimmtes ergebnis erwünscht. das ist auch gut, hier arbeiten wir erst in der großen gruppe, reden viel, sammeln ideen und eindrücke. wenn mehrere konzepte definiert und betitelt wurden, arbeiten wir in kleineren gruppen weiter. wir erweitern und verkleinern aber die gruppe auch je nach bedarf im laufe eines projektes. zwischenergebnisse werden untereinander präsentiert, man kann ja nur profitieren von unterschiedlichen sichtweisen, neuem input, reflexion und dialog innerhalb einer arbeit. entscheidungen werden gemeinsam getroffen, infos zu laufenden projekten werden stets von allen gesammelt, wir arbeiten
miteinander und nicht nebeneinander.

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der begriff kollektiv kommt ursprüngliuch aus dem lateinischen und bedeutet zusammensuchen. kann man sich das so vorstellen, dass ihr für jedes projekt die 5 von euch mit den passenden eigenschaften zusammensucht?
eigentlich nicht. wir machen alle alles. natürlich gibt es vorlieben, auch schwächen, aber mit dem rückhalt des kollektivs traut man sich auch auf neuland.

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sammelt ihr etwas (ausser brillianten ideen. briefmarken zum beispiel)?
ja, aber nicht so akribisch wie früher bei den briefmarken! wir sind alle der archetypischen form sehr behaftet, solcherlei schätze von flohmärkten oder aus gebrauchtwarenhäusern sammeln wir alle.

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wie sieht es bei dir/euch auf dem schreibtisch aus? in deinem kopf? wenn du aus dem fenster schaust?
ein kurzer rundumblick durch`s studio: ausnahmsweise recht ordentlich, man findet getrocknete blumen, ein metermaß, post-its, ein plastikauto mit ballon-antrieb, sehr viele stifte, sehr viel papier, schokolade, kristalle. ein blick aus dem fenster zeigt: eine nasse rosenauer straße, den apfelbaum in vollem grün, eine sehr interessante fliege rücklings an der außenseite der scheibe.

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habt ihr euren idealzustand gefunden oder wie wollt ihr euch als büro – als person – kurz-mittel-langfrisitg weiterentwickeln?
das ist eine frage, die wir uns auch immer stellen.

sicher ist, das ist so nicht der idealzustand. ein idealzustand gipfelt eben immer in der suche nach dem nächsten idealzustand. zustand schließt entwicklung, veränderung und bewegung aus, damit wären wir beim stillstand.

es wird neue wege der zusammenarbeit geben, wie die aussehen, darüber müssen wir wohl noch einige mittagessen lang diskutieren! das wichtigste dabei ist, wir bleiben in bewegung, wie staub vor einer kameralinse.

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was wolltest du schon immer gestalten oder wofür hättest du konkrete besserungsvorschläge, wenn man dich nur machen ließe?
das schöne an dem beruf des gestalters ist es, sich auf immer neue, fremde dinge einzulassen. zufälle zulassen, einweben von alltäglichem. dinge analysieren, gewohntes hinterfragen.

ideen werden in einer bestimmten situation geboren – in einem moment. einen gedanken in ein produkt zu manifestieren, ihn zu verfolgen, ihn zu formen, ihn selbständig werden zu lassen, ihn sprechen zu lassen – darum geht es bei gestaltung. produkte sind sprache – sind dialog.
womit wir wieder beim anfang wären.

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